Fragen & Antworten zur 24 Stunden Betreuung in Schleswig-Holstein
Wenn ein Angehöriger zunehmend Unterstützung benötigt, entstehen viele Fragen: Ist eine Betreuung im eigenen Zuhause weiterhin möglich? Welche Aufgaben kann eine Betreuungskraft übernehmen? Wie schnell kann Unterstützung organisiert werden und welche Kosten entstehen?
In unseren Fragen und Antworten finden Sie wichtige Informationen zur 24 Stunden Betreuung in Schleswig-Holstein. Wir erklären verständlich, wie die Vermittlung funktioniert, welche Unterstützung im Alltag möglich ist und worauf Familien bei der Organisation einer häuslichen Betreuung achten sollten.
24 Stunden Betreuung zu Hause
Ja. Ein höherer Pflegegrad bedeutet nicht automatisch, dass eine Betreuung im eigenen Zuhause ausgeschlossen ist.
Eine 24 Stunden Betreuung kann beispielsweise auch bei folgenden Situationen infrage kommen:
- Demenz oder Alzheimer
- Parkinson
- eingeschränkter Mobilität
- Bettlägerigkeit
- Depressionen
- höheren Pflegegraden
- erhöhtem Unterstützungsbedarf bei Transfers
Entscheidend ist immer der konkrete Gesundheitszustand und die individuelle Betreuungssituation.
Sind zusätzlich medizinische oder behandlungspflegerische Maßnahmen erforderlich, müssen diese durch entsprechend qualifizierte Fachkräfte beziehungsweise einen ambulanten Pflegedienst übernommen werden. Sie gehören nicht zum Aufgabenbereich der Betreuungskraft.
Welche Aufgaben eine Betreuungskraft übernimmt, richtet sich nach der individuellen Situation und dem vereinbarten Unterstützungsbedarf.
Typische Bereiche sind:
- Hilfe bei Körperpflege und Ankleiden
- Unterstützung beim Aufstehen und Zubettgehen
- Hilfe bei Mobilität und Mahlzeiten
- Einkaufen und Kochen
- Waschen, Bügeln und alltägliche Haushaltsarbeiten
- Begleitung bei Spaziergängen und Aktivitäten
- Gespräche und Gesellschaft
- gemeinsame Beschäftigung und Freizeitgestaltung
Vor der Vermittlung klären wir gemeinsam mit der Familie, welche Unterstützung tatsächlich benötigt wird. Diese Informationen fließen anschließend in die Auswahl einer geeigneten Betreuungskraft ein.
Bei einer 24 Stunden Betreuung wohnt die Betreuungskraft während ihres Einsatzes mit im Haushalt der betreuten Person. So kann sie regelmäßig bei den vereinbarten Aufgaben unterstützen und dazu beitragen, dass ein Leben im vertrauten Zuhause weiterhin möglich bleibt.
Wichtig ist dabei: 24 Stunden Betreuung bedeutet keine 24 Stunden Arbeitszeit. Die Betreuungskraft arbeitet nicht ununterbrochen und benötigt ausreichend Pausen, Freizeit und Erholungszeiten.
Welche Aufgaben übernommen werden und wie der Alltag organisiert wird, richtet sich deshalb nach dem individuellen Betreuungsbedarf.
Die Bezeichnung ist zwar in der Branche etabliert, bedeutet aber auch nach regionalen Informationsangeboten nicht, dass eine einzelne Betreuungskraft ohne Pausen rund um die Uhr arbeitet.
Eine 24 Stunden Betreuung in Schleswig-Holstein kann eine geeignete Lösung sein, wenn ein älterer oder pflegebedürftiger Mensch regelmäßig Unterstützung benötigt und dennoch in seiner vertrauten Umgebung bleiben möchte.
Diese Betreuungsform kommt beispielsweise infrage, wenn:
- alltägliche Aufgaben zunehmend schwerfallen
- Hilfe bei Körperpflege und Mobilität benötigt wird
- Einkaufen, Kochen oder Haushalt nicht mehr allein bewältigt werden können
- regelmäßig Unterstützung und Orientierung erforderlich sind
- Angehörige die Betreuung nicht dauerhaft selbst leisten können
- der Verbleib im eigenen Zuhause ermöglicht werden soll
Ob eine 24 Stunden Betreuung zur jeweiligen Situation passt, lässt sich nicht allein am Pflegegrad festmachen. Entscheidend ist der tatsächliche Unterstützungsbedarf im Alltag, den wir vor einer Vermittlung gemeinsam mit der Familie erfassen.
Auswahl & Vermittlung der Betreuungskraft
Die Betreuungskräfte bleiben normalerweise mehrere Wochen am Stück im Haushalt. Einsätze von etwa 4 bis 12 Wochen sind möglich, häufig liegt die Einsatzdauer bei ungefähr 6 bis 8 Wochen.
Danach übernimmt die nächste Betreuungskraft.
Wir achten darauf, nach Möglichkeit mit einem kleinen, wiederkehrenden Team von 2 bis 3 Betreuungskräften zu arbeiten. Dadurch können bereits bekannte Betreuungskräfte regelmäßig zurückkehren.
Gerade für ältere Menschen kann diese Kontinuität wichtig sein. Statt sich bei jedem Wechsel vollständig auf eine neue Person einstellen zu müssen, entstehen mit der Zeit vertraute Abläufe und persönliche Beziehungen.
Wenn uns alle notwendigen Angaben zur Betreuungssituation vorliegen, kann eine geeignete Betreuungskraft in der Regel innerhalb von etwa 5 bis 7 Tagen vor Ort sein.
Die tatsächliche Vermittlungsdauer hängt jedoch von den individuellen Anforderungen ab. Besondere Erfahrungen, gewünschte Deutschkenntnisse oder beispielsweise ein erforderlicher Führerschein können die Auswahl beeinflussen.
Unser Ziel ist deshalb nicht, lediglich die schnellstmöglich verfügbare Person zu vermitteln. Entscheidend ist, eine Betreuungskraft zu finden, die zur betreuten Person und den Anforderungen des Haushalts passt.
Bei einem kurzfristig entstandenen Betreuungsbedarf sollten Sie uns daher möglichst früh kontaktieren.
Zunächst möchten wir die persönliche Situation möglichst genau kennenlernen. Denn erst wenn der tatsächliche Betreuungsbedarf feststeht, können wir gezielt nach einer passenden Betreuungskraft suchen.
Der Ablauf:
- Wir erfassen gemeinsam die wichtigsten Eckdaten und Anforderungen.
- Anschließend suchen wir in unserem Pool von rund 2.000 Betreuungskräften.
- Sie erhalten einen konkreten Personalvorschlag.
- Sie entscheiden, ob die vorgeschlagene Betreuungskraft für Sie infrage kommt.
- Danach organisieren wir die weiteren Schritte und die Anreise.
- Während der Betreuung bleiben wir weiterhin Ihr Ansprechpartner.
Die gesamte Auswahl und Vermittlung wird zentral durch uns organisiert, ohne zusätzliche Vermittlungsagenturen oder Partnerfirmen.
Die Deutschkenntnisse unterscheiden sich von Betreuungskraft zu Betreuungskraft. Deshalb berücksichtigen wir bereits bei der Auswahl, welche sprachlichen Anforderungen für die betreute Person und ihre Familie wichtig sind.
Wir unterscheiden beispielsweise:
- Grundkenntnisse: einfache alltägliche Ausdrücke werden verstanden
- Ausreichend: Verständigung in vertrauten Situationen mit einfachen Worten
- Gute Deutschkenntnisse: klare Sprache wird verstanden und eine verständliche Unterhaltung ist möglich
Die benötigten Deutschkenntnisse besprechen wir vor der Vermittlung mit der Familie. Anschließend berücksichtigen wir diese gezielt bei der Suche in unserem eigenen Betreuungskräfte Pool.
Wir bleiben von der ersten Beratung und während der laufenden Betreuung Ansprechpartner für die Familie.
Unsere Begleitung endet also nicht mit der Anreise einer Betreuungskraft. Wir unterstützen beispielsweise bei:
- organisatorischen Fragen
- Veränderungen des Betreuungsbedarfs
- der Organisation eines Betreuerwechsels
- Fragen während eines laufenden Einsatzes
- Abstimmungen rund um die weitere Betreuung
Da wir die Vermittlung selbst zentral organisieren und nicht über zusätzliche Vermittlungsagenturen oder Partnerfirmen arbeiten, bleiben die Kommunikationswege klar.
Gerade bei einer längerfristigen Betreuung halten wir einen verlässlichen und dauerhaft erreichbaren Ansprechpartner für besonders wichtig.
Bei einer Betreuung im eigenen Zuhause verbringen betreute Person und Betreuungskraft viel Zeit miteinander. Deshalb achten wir nicht nur auf Erfahrung und Verfügbarkeit, sondern auch darauf, ob die Betreuungskraft menschlich zur jeweiligen Situation passt.
Für die Auswahl berücksichtigen wir unter anderem:
- Umfang des Betreuungsbedarfs
- Gesundheitszustand und Mobilität
- Erfahrungen der Betreuungskraft
- gewünschte Deutschkenntnisse
- Anforderungen im Haushalt
- persönliche Gewohnheiten und Wünsche
Dafür greifen wir auf unseren eigenen Pool von ca. 2.000 Betreuungskräften zurück.
Die Auswahl erfolgt direkt und zentral über uns. Zusätzliche Vermittlungsagenturen oder Partnerfirmen sind dabei nicht zwischengeschaltet.
Körperpflege, medizinische Versorgung & Nacht
Gelegentliche Unterstützung während der Nacht kann Teil einer Betreuungssituation sein. Wichtig ist jedoch, dass wir bereits vor der Vermittlung wissen, wie häufig und in welchem Umfang nächtliche Hilfe benötigt wird.
Eine Betreuungskraft kann nicht dauerhaft nachts arbeiten und gleichzeitig tagsüber die Betreuung übernehmen. Ausreichende Ruhe und Erholungszeiten müssen gewährleistet sein.
Besonders bei nächtlicher Unruhe, bestimmten Erkrankungen oder einem veränderten Tag-Nacht-Rhythmus benötigen wir deshalb möglichst genaue Informationen.
Nur so können wir beurteilen, welche Betreuungssituation vorliegt und welche Betreuungskraft für die Anforderungen geeignet ist.
Ein ambulanter Pflegedienst wird benötigt, wenn die betreute Person medizinische oder behandlungspflegerische Leistungen benötigt, die nicht von der Betreuungskraft übernommen werden dürfen.
Dazu können beispielsweise zählen:
- Wundversorgung
- Verbandswechsel
- Injektionen
- Blutzuckermessungen
- Medikamentengabe
- weitere medizinisch notwendige Behandlungspflege
Die Betreuungskraft übernimmt dagegen die vereinbarte Unterstützung im Alltag, bei der Grundversorgung, im Haushalt und bei der persönlichen Betreuung.
Beide Angebote können sich deshalb sinnvoll ergänzen: Die Betreuungskraft unterstützt im täglichen Leben, während der ambulante Pflegedienst die erforderliche medizinische Versorgung übernimmt.
Eine Betreuungskraft übernimmt keine medizinische oder behandlungspflegerische Versorgung.
Zu den Tätigkeiten, die entsprechend qualifizierten Fachkräften beziehungsweise einem ambulanten Pflegedienst vorbehalten sind, gehören beispielsweise:
- Wundversorgung und Verbandswechsel
- Injektionen
- Blutzuckermessungen
- medizinische Kompressionsstrümpfe anziehen
- Medikamente stellen oder verabreichen
- Katheterversorgung am Körper
- Bedienung bestimmter medizinischer Geräte
Die Betreuungskraft konzentriert sich dagegen auf die vereinbarte Unterstützung bei der Grundversorgung, im Haushalt und im täglichen Leben.
Dadurch können Betreuungskraft und ambulanter Pflegedienst klar voneinander abgegrenzte Aufgaben innerhalb der häuslichen Versorgung übernehmen.
Je nach individuellem Bedarf kann die Betreuungskraft bei verschiedenen Tätigkeiten der täglichen Grundversorgung unterstützen.
Dazu gehören beispielsweise:
- Waschen, Duschen oder Baden
- An und Auskleiden
- Unterstützung beim Toilettengang
- Aufstehen und Zubettgehen
- Hilfe bei der Nahrungsaufnahme
- Unterstützung bei der Mobilität
Welche Hilfe erforderlich ist, besprechen wir vor Beginn der Betreuung gemeinsam mit der Familie.
Davon klar zu unterscheiden ist die medizinische Behandlungspflege. Medizinische Maßnahmen gehören nicht zu den Aufgaben der Betreuungskraft und müssen bei entsprechendem Bedarf von qualifizierten Fachkräften beziehungsweise einem ambulanten Pflegedienst übernommen werden.
Voraussetzungen im Haushalt
Da die Betreuungskraft mehrere Wochen mit im Haushalt lebt, benötigt sie angemessene Wohnbedingungen und ausreichend Privatsphäre.
Zur Verfügung stehen sollten:
- ein eigenes, beheizbares Zimmer mit Tageslicht
- Bett, geeignete Möblierung und Stauraum
- Zugang zu Küche und Bad
- Internetzugang, möglichst WLAN
- ausreichende Möglichkeiten für Ruhe und Rückzug
Die Betreuungskraft lebt für die Dauer ihres Einsatzes mit der betreuten Person unter einem Dach. Ein respektvoller Umgang, gute Wohnbedingungen und persönliche Rückzugsmöglichkeiten sind deshalb wichtige Grundlagen für ein angenehmes Zusammenleben.
Kosten, Pflegekasse & steuerliche Entlastung
Aufwendungen für Pflege und Betreuung im eigenen Haushalt können unter bestimmten Voraussetzungen steuerlich begünstigt sein.
Bei haushaltsnahen Dienstleistungen nach § 35a EStG können 20 Prozent der begünstigten Aufwendungen von der Einkommensteuer abgezogen werden, bis zu maximal 4.000 Euro pro Jahr und Haushalt.
Grundsätzlich können bei unserer Betreuung sowohl entsprechende Rechnungen der Betreuungskraft als auch begünstigte Leistungen aus unseren Rechnungen relevant sein. Zu den Voraussetzungen gehört unter anderem, dass eine Rechnung vorliegt und die Zahlung unbar auf das Konto des jeweiligen Leistungserbringers erfolgt.
Welche Aufwendungen im konkreten Einzelfall steuerlich anerkannt werden, sollte mit einem Steuerberater oder dem zuständigen Finanzamt abgestimmt werden.
Bei vorhandenem Pflegegrad können verschiedene Leistungen und Ansprüche der Pflegekasse zur finanziellen Entlastung beitragen.
Dazu gehören je nach persönlicher Situation beispielsweise:
- Pflegegeld
- Leistungen aus der Verhinderungspflege
- weitere individuell nutzbare Ansprüche
Welche Leistungen tatsächlich verfügbar sind, hängt unter anderem vom Pflegegrad und den jeweiligen persönlichen Voraussetzungen ab.
Bei unserer individuellen Kostenbetrachtung berücksichtigen wir deshalb nicht nur die Betreuungskosten. Wir zeigen Ihnen auch auf, welche Leistungen in Ihrer persönlichen Situation einbezogen werden können.
Die Kosten richten sich nach dem individuellen Betreuungsbedarf und den Anforderungen an die Betreuungskraft. Unsere Betreuungskonzepte beginnen derzeit ab 2.840 Euro monatlich bei einem 30 Tage Monat.
Zusätzlich entstehen Transferkosten für die An und Abreise der Betreuungskraft.
Leistungen und Ansprüche der Pflegekasse, durch die sich die finanzielle Belastung reduzieren kann, sind in diesem Betrag noch nicht berücksichtigt.
Da sich Betreuungssituationen erheblich unterscheiden können, berechnen wir die konkreten Kosten anhand der persönlichen Eckdaten. Im Beratungsgespräch zeigen wir Ihnen anschließend transparent und nachvollziehbar, mit welchen Kosten Sie in Ihrer individuellen Situation rechnen können.
Sie möchten wissen, welche Betreuung zu Ihrer Familie passt?
Jede Betreuungssituation stellt andere Anforderungen. Deshalb betrachten wir nicht nur den Pflegegrad, sondern die tatsächliche Lebens und Betreuungssituation Ihres Angehörigen.
Gerne besprechen wir persönlich mit Ihnen, welche Unterstützung benötigt wird, welche Betreuungskraft infrage kommt und wie sich eine Betreuung zu Hause organisieren lässt.
Von der ersten Beratung über die Auswahl der Betreuungskraft bis zur laufenden Betreuung bleiben wir Ihr Ansprechpartner.
